Zu alt für SocialMedia?

Bin ich zu alt für SocialMedia?

Bin ich zu alt für SocialMedia?

Wie bekannt sein könnte, suche ich einen Job im Bereich Social Media, Online-Marketing oder auch gerne Community-Management.

Der derzeitige Tenor meiner Suchergebnisse ist: Ich bin zu alt für diese Themen.

Erst vorgestern erhielt ich die Aussage eines Personaldienstleisters: Wenn eine Stelle aus diesem Bereich vakant ist, stellt der Arbeitgeber Mitmenschen aus der Altersgruppe 22-30 Jahre ein.

 Woran liegt das jetzt? Welche Kriterien gelten für die Arbeitgeber?

Wird wirklich angenommen, das ein nur ein junger Mensch sich in den sozialen Medien auskennt? Oder sind die Ansprüche der Arbeitgeber wirklich nur auf den Fokus: Jung = Billig ausgelegt?

Niemand kann mir erzählen, dass ein 22jähriger schon genug Erfahrung für dieses sensible Arbeitsfeld sammeln konnte. Gerade, wenn es um soziale Kompetenz geht, die im Social Media Bereich unabdingbar ist.

Handelt es sich doch um einen Menschen, der gerade ins Leben startet, sprich, wenig in Sachen „Menschlicher Umgang“ und Krisenmanagement zu bieten hat. Sicherlich ist die Jugend allgemein viel selbstverständlicher im Umgang mit den Plattformen im Internet, dort pflegen sie ständig ihre Kontakte. Etwas, was man deutlich beobachten kann. Aber sind diese jungen Menschen in der Lage, sinnvolle Unternehmenskommunikation zu betreiben?

In meinen Augen beweist dies definitiv nicht die für eine Arbeit notwendige Kompetenz. Diesen Zweifel erlaube ich mir jetzt mal. Die Geschwindigkeit, mit der ich eine Antwort via Smartphone erstelle, sagt etwas über Geschicklichkeit im Umgang mit dem Handy aus, nicht über den Ton oder den Inhalt der Nachricht, geschweige denn die Fähigkeit im Umgang mit dem Ton und dem Unternehmenscodex eines Arbeitgebers oder die zwischenmenschliche Art des Umgangs mit anderen.

Eine andere Frage ist die: Erkennen Unternehmer die Relevanz ihrer Websites und den damit vernetzten Social Media Accounts des Unternehmens einfach nicht  an oder bewerten diese völlig falsch, was deren Bedeutung betrifft? Ist der Social Media Auftritt nicht mehr als ein „kleines Experiment“ das man am besten mit kostengünstigen Arbeitnehmern, sprich jüngeren Mitarbeitern bedient?

Sollte das zutreffen, dann finde ich es einfach verantwortungslos von den Unternehmen, und zwar sich und ihrer Firma gegenüber. Sie verspielen sich mit dieser Einstellung die vorhandenen Chancen durch den Einsatz der Neuen Medien.

SocialMedia ist kein Experiment, es bedeutet für beauftragte Mitarbeiter Verantwortung, Menschenkenntnis und eine nicht unerhebliche Menge an Wissen, Fertigkeiten und Einsatzfreude.

Diese Fähigkeiten saugt man nicht mit der Flasche auf, das muss man lernen.

Landauf, Landab werden SocialMedia Manager und Onlinemarketing Manager ausgebildet. Oft sind das fachlich gut vorgebildete Menschen mittleren Alters. Ehemalige Journalisten, PR-Menschen oder durch jahrelange Praxis vorgebildete Personen, die durch die genossene Fortbildung eine Menge Wissen für die Arbeitgeber bereithalten.

Nach erfolgreicher Beendigung der Fortbildung mit Zertifikat gehen alle begeistert auf Jobsuche und möchten das Wissen einsetzen. Leider sieht die Realität dann so aus: entweder finden sie einen Arbeitsplatz ganz neben dem neu Erlernten, oder sitzen und warten nach etlichen Bewerbungen auf den geneigten Arbeitgeber. Nur ganz wenige bekommen die Chance, als Social Media Mitarbeiter ihr Geld zu verdienen.

Mir ist jetzt auch ans Herz gelegt worden: Versuchen Sie als Sachbearbeiter eine Stelle zu erhalten. Ihre Fortbildung könne Sie ja als Highlight mit einbringen – quasi als Bonbon. Meine Ausbildung ist aber kein Bonbon. Es ist hart erarbeitetes Wissen gebündelt mit einem großen Erfahrungsschatz in Sachen Fachwissen, gepaart mit großer sozialer Kompetenz. Einem wichtigen Punkt, wenn es um erfolgreiche Social Media Einsätze geht.

Wenn ich diese Chance angeboten bekomme, greife ich natürlich zu. Schließlich möchte ich arbeiten und wenn Plan A nicht klappt   –   na gut, dann eben Plan B.

Vielleicht finden es Arbeitgeber auch unglaubwürdig, das meine Altersklasse sich für das Thema Social Media begeistert oder weiterbildet.

Ich sehe das anders. Social Media ist nicht aufzuhalten, es bestimmt schon jetzt die Kommunikationsformen, die uns in der Zukunft erwarten. Wenn wir, die zugegebenermaßen Älteren, uns nicht dafür interessieren, oder engagieren, dann werden unsere Chancen noch geringer, jemals einen Arbeitsplatz zu finden, der unseren Fähigkeiten und Kompetenzen entspricht.

Solange es aber Unternehmen gibt, die annehmen, dass Social Media nur ein Spielchen ist, ein Experiment oder gar eine kleine Laune, solange wird es Unternehmensaccounts geben, die vor sich hin dümpeln und am Ende erfolglos im Nirvana versacken. Eine unschöne Situation, die am Ende auch Geld kostet, das ebenfalls im Nirvana versackt. Der Grund? Einfach, der jüngere Kollege wechselte das Unternehmen,  weil es woanders bessere Karrierechancen gibt und er mehr Erfahrung sammeln muss.

Und aus diesem Grund bleiben die älteren und dennoch Kompetenten, die beständig, kontinuierlich und mit Kompetenz einen Account betreiben und weniger interessiert am „Bäumchen wechsel dich“ Spiel der jungen Karrierehungrigen sind, auf der Strecke.

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Sylvia Wolgast

SocialMedia Manager mit Begeisterung

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